Darmstadt baut ein Rathaus

Darmstadt hat ein großes kommunales Projekt, nur, leider, hat es der Oberbürgermeister

noch nicht gemerkt. Das Projekt heißt "Organisatorische und räumliche Neuordnung der Stadtverwaltung". Der Oberbürgermeister nennt dieses Projekt "Wir bauen uns ein Rathaus".

Dieses Rathaus soll groß und schön sein, energetisch natürlich musterhaft, es soll allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung Platz bieten und vorwiegend mit Öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sein.

(Die 1000 Parkkplätze auf dem Wella-Gelände sind da nur schädlich.)

So ein Rathaus kostet 100 bis 150 Mio Euro und man kann es sich nur leisten,

wenn man schon fast 1 Milliarde Euro Schulden hat.

 

Man könnte natürlich auch überlegen, wie die Stadtverwaltung in 10 Jahren aussehen soll.

Wie sich die Aufgaben verändern werden, wie sich der Publikumsverkehr in den einzelnen

Teilbereichen und die interne Kommunikation zwischen den Bereichen entwickeln wird und für welche Mitarbeiter es dann zwingend sein wird, dass sie eng beieinander sitzen und für welche nicht. Neue IT-Instrumente werden hier zu massiven Veränderungen führen. Dann wäre es vielleicht möglich, nur die Mitarbeiter mit nach wie vor starkem Publikumsverkehr in einer exponierten Position im Stadzentrum unterzubringen, noch zwei oder drei andere Gebäude zu nutzen und damit die Baukosten wesentlich zu reduzieren.

 

Das würde natürlich eine zugegeben aufwändige und wirklich ergebnisoffene Studie voraussetzen. Was man von der heute vorliegenden "Studie" zu halten hat, weiß außer

dem Auftraggeber niemand. Man hält sie ja streng geheim. Wahrscheinlich hat man Köpfe und Quadratmeter gezählt und ist zu dem bestellten Ergebnis gekommen. Es gab schon einmal eine Studie dieser Qualität in Darmstadt. Die bescheinigte dem Darmstadtium durch das Cybernarium und durch die Vermietung von Ladenflächen schönste Umsätze.

 

Ich setze meine Hoffnung auf den RP und den Landesrechnungshof, wie ich das

schon bei meinem vorigen Artikel zu diesem Thema, "Schlaglöcher", deutlich gemacht habe.

 

Bruno Winkel